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"Xaver im Uhrenland - Weihnachten bei den Schwarzwaldengländern"


Ein neues Weihnachtskinderbuch von Heidi Knoblich - und dazu eine Brotgeschichte von mir!


(C) Bilder und Texte: Rudolf Schwär 2017, soweit nicht anders vermerkt!


Vorwort

1)  Der Anfang
2)  Der "wahre" Brotteigkuchen!
3)  Potato bread
4)  Eine Überraschung wird vorbereitet
5)  Die Ausarbeitung
6)  Der erste Versuch
7)  Der zweite und endgültige Versuch
8)  Freitag, der 13. Oktober, die Lesung


Vorwort


Heidi Knoblich ist Erzählerin, Journalistin und Autorin historischer Romane, Kinderbücher und Bühnenstücke. Ihre Veröffentlichungen befassen sich mit dem Schwarzwald und seinen Menschen. Dabei nimmt sie ihre Leser mit auf Reisen in die Vergangenheit. Wie jüngst in ihrem neuesten, dritten Weihnachtskinderbuch „Xaver im Uhrenland – Weihnachten bei den Schwarzwald-Engländern“.
Diese „Schwarzwald-Engländer“, eine besondere, fast vergessene Gruppe Schwarzwälder Einwanderer in England, beschäftigt Heidi Knoblich seit Jahren. Sie suchten ihr Glück mit dem Uhrenhandel in England. Viele von ihnen kamen als „gemachte Männer“ zurück in den Schwarzwald. Diese Heimkehrer hoben sich von den Einheimischen durch das Festhalten an den englischen Sitten ab, was sie durch ihre vornehme Kleidung und eine Taschenuhr in der Westentasche noch unterstrichen. 


Schon einmal machte Heidi Knoblich diese besonderen Uhrenhändler und Uhrmacher zum Thema:
In den Wintermonaten der Jahre 2004 und 2005 führte die Laienspielgruppe St. Märgen in der „Goldenen Krone“, einem Originalschauplatz, vor ausverkauftem Haus Knoblichs Bühnenstück „Die Schwarzwald-Engländer“ auf.  Ich hatte damals die große Freude, hierbei als kleiner Nebendarsteller – als russischer Uhrenhändler Petrowitsch - auftreten zu dürfen. Zudem habe ich die Sandwiches originalgetreu hergestellt, die in diesem Bühnenstück zur Tea Time und auch dem Publikum in der Pause gereicht wurden. Ich habe sie zu jeder Veranstaltung frisch zubereitet. Das alles hat mir damals sehr viel Spaß gemacht.


Dann war allerdings viele, viele Jahre Funkstille bis ...

... ja, bis eine Mail von der HTG aus dem örtlichen Büro kam, die lautete:

"Hallo lieber Rudolf Schwär, Ihre Backkünste sind gefragt!"


Es ging um den Termin, Freitag, den 13.10.2017, den Termin für die Buchpremiere von Heidi Knoblichs neuestem Weihnachtskinderbuch „Xaver im Uhrenland – Weihnachten bei den Schwarzwald-Engländern“ hier in St. Märgen!


Hier lasse ich die Autorin Heidi Knoblich selbst erzählen:


Seit mir im Londoner Straßenverkehr einmal Lieferwagen entgegengekommen sind, die als Firmenzeichen Schwarzwälder Familiennamen wie Hummel und Winterhalter trugen, bin ich vom Erfindergeist und der Weltoffenheit dieser Uhrenhändler und Uhrmacher begeistert, die meist aus existentieller Not in England Handel trieben. In meinem Bühnenstück, das Herr Schwär zuvor erwähnte, saßen hin und wieder Nachfahren dieser „Schwarzwald-Engländer“ aus London. Sie verstanden zwar kein Wort des in der alemannischen Sprache aufgeführten Stückes, doch konnten sie hier nachvollziehen, wie ihre Vorfahren im Schwarzwald einst lebten. Davon und vom harten Leben in London in der Zeit von Queen Victoria erzählt auch mein neues Weihnachtskinderbuch „Xaver im Uhrenland – Weihnachten bei den Schwarzwald-Engländern“.

Bei meinen Recherchen zu diesem Buch bin ich auf einen sogenannten Brotteigkuchen gestoßen, der den Uhrenhändlern als Reiseproviant mitgegeben wurde. So steht nun in meinem Buch:

...Als dann der Sommer zu Ende ging, kam der Tag, an dem Xaver Abschied nehmen musste. Es gab viele Tränen, als Onkel Johann ihn abholte. Sie wussten ja alle nicht, ob sie Xaver jemals wiedersehen würden. Unterwegs lauerten viele Gefahren und Krankheiten. Der Vater reichte Xaver den Reisepass und tätschelte ihm die Wange. Die Großmutter und die Mutter weinten fürchterlich. Luis und Sepp und auch Elisabeth standen ratlos daneben. Dann wischte sich die Mutter mit der Schürze die Tränen aus dem Gesicht und reichte Xaver den Reiseproviant der Uhrenhändler, einen Brotteigkuchen. Sie hatte ihn aus Mehl und Kartoffeln gebacken. Wie damals die Großmutter für Onkel Johann. „Ich schreibe euch bald“, rief Xaver ihnen noch von weitem zu, „versprochen!...“

Lange habe ich nach einem solchen Gebäck gesucht. Doch weder Brotfachleute noch Völkerkundler konnten mir einen Hinweis geben, geschweige denn sagen, wie ein solcher Brotteigkuchen ausgesehen haben mag. Mir war nur die Grundzusammensetzung bekannt: Brotteig und gekochte Kartoffeln. Da es bei meinen Buchpräsentationen immer auch das Kulinarische aus meinem jeweiligen Buch zu verkosten gibt, hoffte ich darauf, doch noch irgendwie fündig zu werden, um diesen Brotteigkuchen dem Publikum am Originalschauplatz kredenzen zu können. Mein neues Weihnachtskinderbuch sollte unbedingt in St. Märgen vorgestellt werden, denn da gehört diese Geschichte hin, schließlich stammt meine Hauptfigur, der Hirtenjunge Xaver, von einem Hof bei St. Märgen. Ich hoffte also immer noch darauf, dass irgendwo im hintersten Winkel jemand lebt, dem dieses traditionelle Gebäck ein Begriff ist und dass dieser Jemand noch in letzter Sekunde mit dem Rezept hervorspringt. Ich hatte ungeahntes Glück: In einem Telefongespräch mit der örtlichen Tourist-Information der Hochschwarzwald Tourismus GmbH ergab sich eine wundersame Fügung – ich erhielt die Kontaktdaten von Rudolf Schwär, einem Brotkenner und Backspezialisten. Er konnte uns den Brotteigkuchen sogar backen. Das interessierte Publikum war beeindruckt.

Heidi Knoblich


Und genau hier beginnt nun meine Geschichte!


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Die Suche nach dem "Brotteigkuchen", eine Geschichte mit Rezepten - Rezepte mit Geschichten!



1)  Der Anfang

Meine Überlegungen waren diese:

Die Geschichte bezieht sich auf wahre Begebenheiten hier in unserem Dorf! Also wäre mein "Altes Schwarzwälder" das richtige Ausgangs-Rezept, ein Brot, wie es damals schon hier in unserer Gegend gebacken und gegessen wurde! Aber in der damaligen Zeit, in der die Geschichte spielt, wurde das Getreide, Roggen und Weizen, auf dem Hof jeweils selber in der eigenen Mühle gemahlen, also wie mein "Altes Schwarzwälder mit Vollkorn"! Das ist mir beim ersten Versuch aber nicht so ganz gelungen!

Allerdings hatte ich eben jetzt eine neue Variante davon geplant, in der ich die Hälfte des Mehls frisch mahlen wollte und für die andere Hälfte das fertige Brotmehl 70:30 verwenden würde. Dieses Brotmehl besteht aus der Mischung von 70 % Weizenmehl und 30 % Roggenmehl! Das Rezept dafür hatte ich eben vorbereitet und es lag so vor mir!

Zudem kannte ich Brot-Rezepte mit gekochten oder sogar rohen Kartoffeln darin.

Auch in der Sammlung unserer "alten" Fachbücher war was Passendes, von meiner Frau "rübergereicht":
"Supp', Gemüs' und Fleisch"
, und darin ein Brot-Rezept mit Kartoffeln!

altes_rezept_kartoffelbrot

Aber mir war kein Hof in der näheren Umgebung bekannt, wo man Kartoffeln ins Brot gebacken hat oder je hätte!

Also habe ich an das HTG-Büro zurückgeschrieben:


Hallo Frau S., interessante Frage!

Ich kenne jetzt keinen solchen "Brotteig-Kuchen"! Aber es gab und gibt bei uns hier ein typisches Brot aus Weizen- und Roggenmehl, das ich des öfteren backe. Habs jetzt gerade fürs Wochenende auf meinem Plan. Da hinein könnte ich ohne weiteres auch einen gewissen Anteil Kartoffeln machen, obwohl das früher bei uns hier auf den Höfen nicht üblich war! Jedenfalls ist dort auf dem Hof, wo ich mein Familien-Rezept her habe, also genauer auf dem Hogenhof in den Spirzen, wo mein Urgroßvater zu Hause war, das hofeigene Brot ohne Kartoffeln gebacken worden.

Der "Biirewecke" (hd.: "Birnenwecken" / "Früchtebrot") war da schon eher was in diese Richtung. Der wurde und wird mit Roggenmehl gebacken und dort hinein kommen getrocknete Birnen, und heute auch anderes getrocknetes Obst. Dieser Biirewecke war ursprünglich für die Menschen auf Reisen das, was heute die Müesli-Schnitten sind, eine richtige Kraftnahrung!

Also könnte ich problemlos mal ein Brot backen, das auf dem alten Familienrezept basiert, mit einem Anteil gekochter Kartoffeln drinnen. Und das gleich dieses Wochenende, wo ich dieses Brot ohne Kartoffeln schon geplant habe! Was halten Sie von dieser Idee?

Herzliche Grüße   Rudolf d.Ä. Schwär



Die Bestätigung kam prompt und ich setzte den Sauerteig für den ersten Versuch mit Kartoffeln an! Meine Frau war so lieb und hat mir die passende Menge "mehlig kochende" Kartoffeln gekocht.

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2)  Der "wahre" Brotteigkuchen!

Am nächsten Morgen, noch bevor ich ans Teig Bereiten ging, habe ich dann allerdings meine "nächtlichen" Überlegungen mit meiner Frau besprochen.

Mir war da der Gedanke gekommen, dass ja in der Zeit, in der diese ganze Geschichte spielt, der Begriff "Kuchen" wesentlich weiter gefasst war, als wir das heute machen! Kuchen war dort auch "etwas Gebackenes mit etwas darin Eingebackenem"!
Beispiel heute noch von "Schinken im Brotteig" über "alles mögliche im Brotteig", über "hot dog" bis zur "Ketwurst" vergangener Tage!

In noch früheren Zeiten war "Kuchen" eine Zwischenstufe zwischen "flachem" Fladenbrot und "richtigem", aufgegangenem Brot.

Diese Zwischenstufe finden wir heute noch unter anderem im Begriff "Filterkuchen" oder "Tresterkuchen" für den Rückstand beim Most Pressen, wobei das jetzt nicht mal mehr etwas Gebackenes darstellt!

Und für dieses "Kuchen = Brot" gibt es in einem Buch von 1783, "Biblisches Real = Lexicon" unter dem Stichwort "Brod" 13 Spalten lang hunderte Verweise in die Bibel und die, jetzt im Nachhinein naheliegende, Erklärung:

"Bey uns pflegt das, was wir aus gemeinem Sprachgebrauch Brod nennen, aus Rocken= oder Kornmehl,
Kuchen und Gebackenes im engeren Verstande aber aus Weizenmehl gebacken zu werden."


Und der Begriff  "ashcake - Aschekuchen" bezeichnet ein Brot, das, besonders im Orient, in oder unter der Asche des Lagerfeuers gebacken wurde!

Also wäre es doch ohne weiteres möglich, so meine Überlegung, dass sich hinter dem Begriff "Brotteig-Kuchen" etwas verbirgt, das außen herum aus "Brotteig" ist und eine Füllung enthält, in der "gekochte Kartoffeln" enthalten sind! Meine Frau konnte mir das aus ihrer beruflichen Erfahrung als Köchin heraus bestätigen!

Und sobald ich etwas Zeit hatte, als der Teig für mein "Potato bread" zum ersten Mal am Gehen war, habe ich mich an den Computer gesetzt und bei "Tante Goo" die passenden Suchbegriffe eingegeben:

[brotteig gefüllt kartoffeln gekocht]

und bin ruck-zuck bei den "Teigtaschen der Pasty Company" auf der Seite von "essen&trinken" gelandet! Und das passende Rezept stand auch direkt "um die Ecke" für "Cornish Pasty, ein Grundrezept".

Volltreffer!

Des Rätsels Lösung war also eine Art Pastete aus Cornwall, in der dortigen Mundart eine "Pasty"! Und, da typisch für Cornwall, eine "Cornish Pasty"!

Unter "Cornish Pasty" habe ich natürlich sofort weitergesucht und jede Menge Informationen zu dieser Spezialität gefunden!

So z.B. unter "Pasty" bei der englischen Wikipedia, alternativ "Cornish pasty", dazu die Bilder, wie ich sie irgendwoher im Kopf hatte, vielleicht von einem Fernsehbeitrag auf einem Kochkanal von vor Jahren.

Und jetzt wars nur noch ein kurzer Sprung zur "CORNISH PASTY ASSOCIATION" in Cornwall!
Dort auf dem Intro messen sich ein Bergmann und ein Seemann im Armdrücken, mit einer gemeinsamen "Pasty" in den Händen! Das Zeichen für "Kraft"!

Ich bin dann gleich "rüber" in mein englischsprachiges Lieblingsforum, habe dort den Suchbegriff "cornish pasty" eingegeben und eine ganze  Menge an Berichten gefunden!

Diese "Pasty" war ein regelrechtes "Kraftfutter" für Bergleute wie für Seeleute!
Und natürlich für hunrige Uhrenträger! Nicht nur zur damaligen Zeit!

Im Grunde ein Eintopf mit Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln, gut gewürzt mit Salz, schwarzem Pfeffer und frisch geschroteten Senfkörnern in einer typisch halbrund geformten Teighülle mit dem markanten, gefalteten Rand!

Die "Cornish pasty" war eine frühe Form von "Street food" oder "Fast food" oder Essen "to go"!

Dieses "Essen in einem Brotteig" ist weltweit verbreitet (hier, in Bedfordshire, in Schottland, in Italien, der Cornish Pasty sehr ähnlich, die Calzone oder Panzerotti, in der Türkei, in Lateinamerika, in Russland, usw.)

Und wer noch tiefer in das Thema "Pasty" einsteigen will, dem sei die Seite "The Cornish Pasty" aller-wärmstens ans Herz gelegt! ;-))

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3)  Potato bread

Aber zurück zur HTG!

Ich habe also erst mal mein "Potato bread alias Altes Schwarzwälder + 1/2 Vollkorn + Kartoffeln V1" gebacken und dort im Büro zur Verkostung vorgestellt. Allgemeine Zustimmung und ich solle dieses Brot, also die nächste Version, zur Lesung am Freitag, dem 13.10.2017, für das Publikum backen. Das Team von der "Goldenen Krone" wird dazu eine "Creme" zum Dippen bereitstellen.

Und hier ist die "öffentliche" Version des "Potato bread alias Altes Schwarzwälder + 1/2 Vollkorn + Kartoffeln V2".
Ich hab mir gedacht, wenn dieses Brot für viele Gäste zum Dippen sein soll, dann wäre es sicher nicht schlecht, wenn man möglichst viele Scheiben von der gleichen Größe abschneiden könnte. Also habe ich einfach ziemlich lange, dafür nicht so dicke Laibe gebacken! Und fürs Auge schön rustikal bemehlt! Das Brot ist von den Gästen sehr gut aufgenommen worden! Es schmeckt ja auch hervorragend!

Und hier gibt es das Rezept:

Download Rezept Potato bread

*) Anmerkung zum Rezept unten!


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4)  Eine Überraschung wird vorbereitet

Zurück von der HTG habe ich der Frau Knoblich eine Mail geschrieben und darin meine Entdeckung geschildert:

Zum "Brotteigkuchen":
Keine Problem, ich habe "ihn" gefunden! Eigentlich ist "er" eine "sie"! ;-))
...
Der "Brotteigkuchen, gefüllt mit gekochen Kartoffeln" ist eine englische Spezialität aus Cornwall und heißt "Cornish pasty"! ('cornisch pästi')
http://www.cornishpastyassociation.co.uk/about-the-pasty/make-your-own-genuine-cornish-pasty/
Das dürfte wohl ein "Re-Import" aus dem Uhrenland gewesen sein! Und die Variante "gefüllt mit (nur) Kartoffeln" war wohl für "arme Uhrenträger-Lehrlinge"! Diese Pasty, daher "sie", ist eine sehr deftige Mahlzeit! Sie kommt aus Cornwal und wurde dort von den Bergarbeitern mit unter Tage genommen!
...
Mein Vorschlag wäre jetzt dieser: Da Sie im Buch diesen "Brotteigkuchen" ja mehrfach erwähnen, wäre es doch sicher sinnvoll, auch so eine (mindestens eine) dabei zu haben?! Für mich ist es kein Problem, eine solche Pasty oder anschließend auch mehrere, zu backen. Was meinen Sie?


Und umgehend kam die Antwort zurück:

text_teil_3_neu_27112017
Text: Heidi Knoblich

Natürlich war ich dazu bereit!

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5)  Die Ausarbeitung

Ich hab mir dann so meine Gedanken über den "Brotteigkuchen" in der Schwarzwälder Ausführung gemacht.

Das Original ist in einer Art Mürbeteig eingepackt!
Unser "Brotteigkuchen" müsste aber mit richtigem Brotteig sein!

Im Original sind enthalten:
- mageres Beefsteak, Kartoffeln, weiße oder normale Rüben / Steckrüben, Zwiebeln, Senfpulver, Salz, Zucker, schwarzer Pfeffer
Im "Schwarzwälder Brotteigkuchen" sollten es Schwarzwälder Produkte sein:
- durchwachsener Schwarzwälder Speck, Kartoffeln, gelbe Rüben, Zwiebeln, Salz, Zucker, schwarzer Pfeffer.
Das Senfpulver ist bei uns nicht so üblich, das lasse ich also erst mal raus. Dafür gehört für meinen Geschmack geriebene Muskatnuss an die Kartoffeln!

Die Mengen hab ich mir aus dem 'Grundrezept' auf 2 Portionen umgerechnet und bin dabei auf ca. 200 g Teig und 300 g Füllung gekommen.

Das Original verwendet einen Mürbeteig, der eine ganze Menge Fett enthält, Butter oder Schweineschmalz, was für einen Mürbeteig völlig normal ist.
Daher habe ich mir gedacht, etwas Fett im Brotteig wäre sicher kein Schaden und hab 30 g Butter mit rein genommen. Das Fett sollte auch dem Durchweichen des gebackenen Teigs durch die Füllung entgegenwirken.

Der Teig sollte nicht zu weich sein, damit der Rand die typische Faltung auch halten kann. Also hab ich die Wassermenge gegenüber meinem normalen Brotteig etwas reduziert

Im Original wird, für England absolut selbstverständlich, Weizenmehl verwendet.
Für Hochschwarzwälder Brot ist ein Brotmehl aus 70 % Weizenmehl und 30 % Roggenmehl üblich. Und, wie es sich bei mir für einen richtigen altertümlichen Brotteig gehört, zur Hälfte als Sauerteig angesetzt.

Die Salzmenge sollte die "üblichen" 2 %, aufs Mehl gerechnet, im Brotteig nicht überschreiten. Es sind dann zwar in der Füllung auch noch Salz und der gesalzene Speck, aber das dürfte sich jetzt gegenseitig nicht groß beeinflussen!

Mit diesen Vorgaben habe ich mir das Rezept für mein "Altes Schwarzwälder" in der Original-Version umgerechnet auf 200 g Teig pro Portion. Ebenso das Rezept für die Füllung auf 300 g pro Portion.

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6)  Der erste Versuch

Cornish pasty alias "Brotteigkuchen" für Xaver, den Uhrenträger-Lehrling, V1


cornish_pasty_v1
Cornish pasty - Brotteigkuchen, das erste Ergebnis, von außen.

Irgendwie sehen sie dem Original schon ähnlich, aber sie müssen noch besser werden!

cornish_pasty_v1_inhalt
Und so sieht das Innenleben aus!

Der Geschmack ist gut, das ist schon mal wichtig, aber es sind Verbesserungen erforderlich!
Die Teigmenge ist zu klein, dafür die Füllung zu groß! Also Rezept umgestellt auf 250 g Teig und 200 g Füllung pro Portion.
Der Teig war zu weich, besonders durch die Menge Butter, also lasse ich die Butter komplett raus und reduziere das Wasser noch mal.
Die Füllung war zu grob geschnitten, also für die neue Füllung die Zutaten schön fein schneiden.
Der Rand hat sich auch nicht so schön falten lassen, wie ich mir das vorgestellt hatte! Das kann nur besser werden.

Die Füllung, das war in den Unterlagen ausdrücklich angemahnt, wurde nicht gebunden und nicht vorgekocht!
Und es sollten "festkochende" Kartoffeln verwendet werden, damit sie in der Füllung ihre Form behalten!

Viel Zeit war nicht mehr, also musste der nächste Versuch auf Anhieb klappen!
Zur Sicherheit habe ich aber eine der beiden Pastys von diesemVersuch, die mit dem "besseren" Rand, eingefroren.

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7)  Der zweite und endgültige Versuch

Ich war guter Dinge und hab am Donnerstag vor der Lesung den Sauerteig angesetzt und am Vormittag des 13. Oktober die Version 2 gebacken!

Cornish pasty alias "Brotteigkuchen" für Xaver, den Uhrenträger-Lehrling, V2


cornish_pasty_v2
Cornish pasty - Brotteigkuchen, das endgültige Ergebnis, von außen.

Es sind deutliche Verbesserungen sichtbar! Und mehr Versuche sind für den Moment nicht mehr möglich!

cornish_pasty_v2_inhalt
Und so sieht das 'neue' Innenleben aus! Diesmal mit violetten "gelbe Rüben" und alles kleiner geschnitten!

So kann ich diese "Brotteigkuchen" präsentieren! Der Geschmack ist kräftig und gut, das Verhältnis von Teig zu Füllung passt, die Teilchengröße der Füllung ist so wesentlich besser. Also, die Besucher können kommen!

Und hier gibt es die Rezepte:

Download Rezept Brotteig für 'Brotteigkuchen'

Download Rezept 'Brotteigkuchen fuer Xaver'

*) Anmerkung zu den Rezepten unten!



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8)  Freitag, der 13. Oktober, die Lesung

Rechtzeitig vor dem Termin war von der HTG und allen beteiligten Stellen kräftig die Werbetrommel gerührt worden, so auch im Gemeindeblatt Nr. 40 vom 4. Oktober 2017 (Seite 1 unten). Dort war auch ich mit meiner Uhrenkrätze angekündigt!

Ich hab rechtzeitig vor der Veranstaltung die beiden bestellten 'Potato bread' in die "Goldene Krone" gebracht und die beiden Pasty, gut verpackt und in einem kleinen Holztrog geschützt, ebenfalls dort abgegeben und dabei die zuständigen Damen um großer Sorgfalt für alle Teile gebeten! Ich musste wieder nach Hause, denn ich sollte ja auch als Uhrenträger auftreten und möglichst noch im Vorfeld etwas  Werbung "laufen"!

Damit habe ich erst mal "Potato bread" und "Cornish pasty" abgehakt und bin als Uhrenträger mit meiner Uhrenkrätze voller alter Uhren zur "Goldenen Krone" marschiert!

Dort bin ich durch den Gästegarten gegangen, hab den Leuten freundlich "Grüß Gott" gesagt, bin bei den netten Damen vom Service vorbei, hab ebenfalls gegrüßt, dann wieder raus auf die Straße und in der Ortsmitte ein wenig für Aufsehen gesorgt!
Manche Menschen waren schon ziemlich verblüfft!
"Wo kommt jetzt der her?", "Was macht der da?"
Ein Autofahrer hatte bei meinem Anblick Mühe, auf seiner Straßenseite zu bleiben! Daraufhin bin ich in Richtung Kirche gegangen, dort war weniger Verkehr.

Ja, dann war es auch schon Zeit und ich bin zurück zur "Goldenen Krone", wo dann auch Frau Knoblich eingetroffen ist und die Lesung konnte pünktlich beginnen. Und ich stand als Uhrenträger mit meiner Uhrenkrätze gut sichtbar ebenfalls dabei.

Frau Knoblich hat dann aus ihrem neuen Kinderbuch die Geschichte vom Xaver erzählt und vorgelesen, wie er als Hirtenbube davon geträumt hat, im Uhrenland ein großer und reicher Uhrenhändler zu werden. (zur Leseprobe)

Und zum Schluss wurde der "Brotteigkuchen" präsentiert und ich durfte meine Geschichte dazu erzählen!

text_knoblich_teil_1

Und sie hat mir dazu das folgende Bild überlassen:

bild_knoblich_rs_xaver
Bild - Quelle: Heidi Knoblich

text_2_knoblich_rs_xaver


Liebe Frau Knoblich,

ganz herzlichen Dank für die Geschichte vom Xaver, die auch zu einem gewissen Teil meine Jugendgeschichte ist, soweit es das Hirtenbuben-Leben angeht!
Und nochmals vielen Dank dafür, dass ich, mit Ihnen zusammen, diese wunderbare - und sehr schmackhafte - Geschichte des "Brotteigkuchens" erleben durfte!


Rudolf d.Ä. Schwär

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*) Anmerkung zu den Rezepten:
Diese Rezepte sind von mir erstellt, geprüft und gebacken worden. Das ist aber keine Garantie, dass sie überall und unter allen Bedingungen auch das abgebildete Ergebnis liefern! Bei Fragen also einfach eine e-Mail schreiben! e-Mail-Adresse im Impressum.